Detox und Saftkuren
Die Behauptung, wie man sie hört: „Eine dreitägige Saftkur spült die Giftstoffe raus, und du verlierst drei Kilo.“
Was die Daten zeigen. Darin stecken zwei verschiedene Fragen. Zu den Giftstoffen: Die kritische Übersicht zu Detox-Diäten findet, dass die Produkte und Programme fast nie sagen, welche Giftstoffe sie entfernen, dass für keines gezeigt wurde, dass es irgendetwas entfernt, und dass Leber und Nieren des Körpers diese Arbeit ohnehin erledigen, ohne Saft. Zu den Kilos: Wer drei Tage nur Saft trinkt, nimmt sehr wenig Energie und kaum Protein, Salz oder Ballaststoffe auf — also wird Glykogen aufgebraucht, und sein Wasser geht mit (etwa drei Gramm Wasser pro Gramm Glykogen), der Darm leert sich, und die Waage fällt um zwei oder drei Kilogramm, von denen im Grunde nichts Fett ist. Es kommt in den ersten Tagen normalen Essens zurück, was das Programm „die Giftstoffe kommen zurück“ nennt und die Physiologie Glykogen.
Urteil: falsch, wie behauptet. Evidenzgrad C: eine kritische Übersicht, die ein Fehlen von Evidenz feststellt, plus physiologischer Kontext für den Wasserverlust; keine Studie hat die Behauptung geprüft, weil es keine definierte Behauptung zu prüfen gibt.
Das Körnchen Wahrheit. Ein paar Tage Gemüse und Obst schaden einem gesunden Erwachsenen nicht, und manche nutzen sie als Neustart, bevor sie Gewohnheiten ändern. Das ist ein Ritual, und Rituale können helfen. Es ist keine Entgiftung, und die Kilos sind geliehen.
Ein Satz zum Merken: Was eine Kur entfernt, ist Wasser und Glykogen, und beides kommt mit der ersten richtigen Mahlzeit zurück.
Die Seite zur Waage erklärt die Wasserrechnung vollständig.