Spät essen macht dick
Die Behauptung, wie man sie hört: „Iss nichts nach sechs — alles, was du spät isst, wird direkt zu Fett.“
Was die Daten zeigen. Eine Kalorie um neun Uhr abends trägt dieselbe Energie wie eine um zwölf Uhr mittags; der Körper führt nach Einbruch der Dunkelheit kein separates Konto. Was die Studien finden, ist subtiler. Eine systematische Übersicht und Metaanalyse randomisierter Studien zum Mahlzeiten-Timing von 2024 — neunundzwanzig Studien, etwa 2.400 Menschen, im Median zwölf Wochen — berichtet kleine Vorteile beim Gewicht und bei einigen Stoffwechselmarkern, wenn ein größerer Teil der täglichen Nahrung früher gegessen wird. Der Effekt ist klein, die Studien sind kurz, und die Übersicht deutet ihn als eine Wirkung, die höchstwahrscheinlich durch eine geringere Energieaufnahme zustande kommt: Menschen, die früher essen, essen insgesamt tendenziell etwas weniger, und spätes Essen ist oft zusätzliches Essen — der Snack nach dem Abendessen, das zweite Abendessen — statt dasselbe Essen zu einer anderen Stunde.
Urteil: falsch, wie behauptet; es gibt einen kleinen, realen Timing-Effekt, den die Behauptung zu einer Regel übertreibt. Evidenzgrad B: eine aktuelle Metaanalyse kurzer Studien.
Das Körnchen Wahrheit. Beim Essen am späten Abend nimmt man häufig ungeplant zusätzliche Energie auf, und für Menschen, die Hunger früher am Tag leichter im Griff haben, ist es ein vernünftiges Werkzeug, einen größeren Teil der Nahrung früher am Tag zu essen. Die Seite zu 16:8 behandelt die strukturierte Version.
Ein Satz zum Merken: Nicht die Uhrzeit macht eine Mahlzeit zum Dickmacher; die zusätzliche Mahlzeit, die meist spät stattfindet, schon.